Pressestimmen

Quelle: Märkische Allgemeine, Potsdamer Stadtkurier, 17.09.2009 

ORIENT und Okzident Ausstellung Jana Feiler und Olga Maslo in der Produzentengalerie M des Künstlerverbandes. Einen Weg zurück ins Paradies subtilster Empfindungen weist die aktuelle Ausstellung in der Galerie M. 

Von Arno Neumann

INNENSTADT So absurd es sich anhören mag, aber man fühlt die Kunst, ehe man sie so recht wahrnimmt. Der erste Eindruck beim Betreten der Produzentengalerie M am Luisenforum ist eine intensiv spürbar befriedete Atmosphäre. Selbst die Kaskade herabfallender Äpfel als erster Blickfang ändert daran nichts. Im Gegenteil: Es sind Paradiesäpfel, die da zwischen Decke und Boden, zwischen Himmel und Erde schweben, und so sind Assoziationen zu paradiesischer Ruhe nicht unangebracht.
Olga Maslo nennt ihre Installation ein künstlerisches Zeichen für die „Unendlichkeit der Möglichkeiten“ im Leben und damit letztlich auch in der Kunst.

Eine derartige Unendlichkeit der Möglichkeiten bieten auf überraschende Weise die Arbeiten von Jana Feiler. Es sind sensible Entdeckungen auf einem künstlerischen Weg zurück ins Paradies subtilster Empfindungen. Welchen Genuss kann nur ein Hauch von Farbe bereiten, sehr wohl dosiert auf die Leinwand gebracht! Jana Feiler entdeckt auf ihre Art die Zärtlichkeit der Farben. Ihr lebensbejahendes Rosa, das in sich sehr differenziert ist, ist für sie so etwas wie eine Lieblingsfarbe. Ihre Farben sind transparent, keine das Auge aufhaltende Fläche, sondern durchsichtig, offen für eine weite Skala von Emotionen. Man staunt, wie viel wenig sein kann. Eine Welt des „Apollinischen“ öffnet sich in dem gleichnamigen Bild, dessen in seiner Zartheit tiefes Grün, durchsetzt und akzentuiert mit verheißungsvollem Gold und ahnungsvollem Rosa, Unendlichkeit suggeriert. Ihre graphischen Zeichen, die Waage, die Brücke und der offene Kreis, sind Form gewordener Lebensrhythmus.

Eine Überraschung gibt es in dieser Auswahl nonfigurativer Arbeiten: ein Blumenstück, sparsam, aber dennoch betont in der Gegenständlichkeit. Jana Feiler bekennt, dass sich Formenbestände irgendwann erschöpfen. Sie findet ihre Inspirationsquelle bei den Blumen. Unendlichkeit braucht eben doch immer wieder Erneuerung aus irdischer Endlichkeit.


Riesenbovist auf weißem Tisch 
"Potsdamer Kunstszene 2" mit Steffen Mühle und Jana Feiler bei Sperl
ARNO NEUMANN 

…Und dann sieht man die farbigen Arbeiten von Jana Feiler, eine intensive Wärme bei entschiedener Konzentration von Formen und Farben. Jede Arbeit ist farbiger Raum, der den Betrachter aufnimmt. Bei den "Booten" strahlt eine blaue Fläche besänftigende Ruhe aus, die als farbige Atmosphäre voller Spannung und Differenzierung ist. Dieses gekonnte Spiel von Farbschichten, Lasuren, Tupfern, Aussparungen in Türkis bis zum Gold gibt dem Blau Tiefe und Intensität. 

Vertikale grafische Spuren suggerieren Menschen. Man kann die Erinnerung an Paul Klee nicht verdrängen, aber wie viel leichter, lichter und offener sind Jana Feilers Arbeiten. "Du kommunizierst mit einer Welt, für die du keine Worte hast. Das Gefühl dabei ist Freude", das sind ihre Worte.

Galerist Rainer Sperl wählte für seine "Potsdamer Kunstszene 2" Jana Feiler, Jahrgang 1965, gebürtige Potsdamerin, die als studierte Bühnen- und Kostümbildnerin in der Stadt ihre Spuren hinterlassen hat, und Steffen Mühle, Jahrgang 1960. "Mit diesem Programm will ich auf jene aufmerksam machen, von denen man länger nichts gehört hat. Ich setze dabei auf Kontraste", sagt Sperl. Dieser Blick in die Potsdamer Kunstszene lohnt sich.


Ich gehe in die Stille
Jana Feiler macht ihre Kunst als eine Fortsetzung des kindlichen Staunens über die Welt (03.04.07) 
Ihre Bilder strahlen eine lichtvolle Gelassenheit aus und loten die Schwebe zwischen Abstraktion und Figürlichkeit humorvoll freundlich aus. Sie möchte dem Betrachter etwas Positives geben. „Ich wollte der Welt nie meine schlechten Gefühle aufs Auge drücken, sondern dem Negativen gegensteuern“, sagt sie, auf diese lichte Heiterkeit angesprochen. Zurzeit sind einige ihrer Werke in der Galerie des Brandenburgischen Verbandes Bildender Künstler zu sehen. 
Jana Feiler ist 1965 in Potsdam geboren und wenn man sie fragt, wieso sie jetzt erst dem Verband beigetreten sei, folgt nach einem nachdenklichen „nun ja“ die Erklärung, dass sie nach ihrem Studium über die Beliebigkeit in der Kunst erschrocken gewesen sei. Damit habe sie sich nicht in Beziehung setzen wollen. Jetzt aber sagt sie entschieden: „Ich bin Künstlerin“, eine Bezeichnung, die sie vorher vermied. Außerdem gibt es pragmatische Aspekte. Man benötige ein Netzwerk, wenn man weiterkommen möchte, und der Verband bietet das. „Hoffentlich“, setzt sie hinzu und lacht schon wieder auf ihre ansteckende Art. 
Wenn sie ihre Kunst macht, sei das eine Fortsetzung des kindlichen Staunens über die Welt, über die Tatsache, dass aus einem Ei ein Küken werde oder einfach darüber, dass es Wolken am Himmel gibt. „Ich gehe in die Stille“, sagt sie und senkt ihre Augen so, als ob sie den Weg dahin zeigen. Andere nehmen ihre Inspiration von außen, sie horche auf das Geschehen in ihrem Inneren, wenn sie arbeitet. „Die Dinge kristallisieren sich in dem Prozess, dann merke ich, dass die Farben und Formen mit mir kommunizieren.“ Sie denkt über diese Aussage nach und setzt hinzu, „es ist, als würdest du ein Fenster aufmachen, als ob etwas mit dir in Verbindung tritt“. So lässt sie sich – die „als Maler das Glück hat, dass das Material einen führt“ – zum Beispiel von Blattgold zu einem beschwingenden Kleid inspirieren, das in ihrem Bild „Zwiesprache“ einer ätherischen Gestalt um den unsichtbaren Leib gelegt wurde und einen Glanz verursacht, der aus Liebe gemacht zu sein scheint. Man sieht ihren Bildern an, dass sie Paul Klee liebt, und von Joseph Beuys wurde sie in ihren Ansichten zur Kunst stark beeinflusst. 
Nur während ihres Bühnenbild-Studiums an der Kunsthochschule Weißensee lebte Jana Feiler nicht in Potsdam. Noch zu Ostzeiten hatte sie das Glück, einen der wenigen Studienplätze zu bekommen. Am Theater fasziniert sie diese wunderbare Verbindung von Mensch, Sprache, Bild und Raum. Auch die gemeinsame Arbeit an einem Werk. Im Wendejahr begann sie mit dem Studium, da war sie 24. „Das ist eine gute Zeit, etwas Neues zu beginnen.“ Sie stattete später als fest engagierte Künstlerin am Hans-Otto-Theater unter anderem den „Sommernachtstraum“, „Don Quijote“ und „Black Rider“ aus, das Musical von Robert Wilson, Tom Waits und William S. Burroughs. „Das war wirklich gut“, bekräftigt sie. Dann kamen „das Leben mit seinen Problemen“ und ihre heute neunjährige Tochter dazwischen, aber immer noch liebt sie diese „Verzauberung“, um die es im Theater geht.
Jana Feiler verzaubert inzwischen auch mit ihrem Unternehmen „Feinsinn“ Räume, indem sie sie, frei nach Hundertwasser, zur „dritten Haut des Menschen“ gestaltet. „Eigentlich male ich schon immer“, sagt sie, darauf angesprochen, wann sie denn mit der Kunst so richtig begonnen habe, und lacht. Ein bisschen schüchtern, aber gleichzeitig selbstbewusst bietet sie ihre Sympathie dem Gesprächspartner an. Sie ist offen und dennoch immer auf der Hut. Sie fürchtet sich vor dem stigmatisierenden Einfluss der Worte und überlässt sich lieber dem freien Schweben im intuitiven kreativen Prozess. „Du malst etwas, weil du nicht sprichst“, ist ihre Erklärung für ihre Liebe zum meditativen Geschehen des Malens. Und dass sie auch mit ihrer Kunst verzaubern möchte, kann man ihren Bildern ansehen. 
Jana Feilers Arbeiten sind in der Ausstellung „Neumitglieder II“ bis 15. April in der Galerie M des BVBK zu sehen.
Lore Bardens, PNN (03.04.07)


Wo ist Diana?
Jana Feiler erklärt dem achtjährigen Skipp ein Rubens-Gemälde der Göttin der Jagd. „Wenn jemand ein Tier wie einen Löwen sehen wollte, musste man sie malen“, sagt die Leiterin der Kinderführung in der Bildergalerie von Sanssouci. Foto: A. Klaer

PNN 12. 12. 2012

Spannender als für Erwachsene: Auftakt für neue Kinder- und Familienreihe in Sanssouci

Nur selten hat der Besucher die Bildergalerie neben dem Schloss Sanssouci ganz für sich allein. Der Auftakt für die neue Kinderreihe der Schlösserstiftung an diesem Sonntag jedoch macht es möglich: Staunend betreten Jana Feiler und ihre kleinen Gäste die von außen so unscheinbare Bildergalerie – als einzige Besucher.

„Friedrich II. war ein so großer Kunstfreund, dass er extra ein Schloss nur für Gemälde bauen ließ“, erklärt Feiler und macht auf die eigentümliche Gestaltung des 100 Meter langen Prunk-Saales aufmerksam, der normalen Gästen in dieser Jahreszeit verschlossen ist: Anders als in einer modernen Galerie hängen alle 146 Bilder dicht an dicht wie eine Tapete auf der linken Wand des Raumes. Direkt neben dem Eingang steht eine Apoll-Statue, des Gottes der Kunst, den Friedrich II. natürlich sehr schätzte, sowie eine Statue seiner Zwillingsschwester Diana, der Göttin der Jagd. „Schaut doch mal, ob ihr sie auf einem der Bilder wieder findet“, fordert Jana Feiler auf.

Die Göttin ist schnell entdeckt, denn das Gemälde, auf dem sie thront, ist sehr groß. „Was glaubt ihr, wer das gemalt haben könnte?“, fragt Feiler. „Goethe?“, kommt eine vorsichtige Vermutung. Aber es ist natürlich ein echter Rubens, auf dem neben der Göttin viele Tiere zu sehen sind. „Damals gab es noch keine Fotografie und wenn jemand ein Tier wie einen Löwen oder Leoparden sehen wollte, dann musste man sie malen“, erklärt Feiler, die selbst Künstlerin ist. Bemerkenswert an dem mehrere Hundert Jahre alten Bild ist die große Farbigkeit, die es bewahrt hat – ein Verdienst des genialen Malers. „Ich dachte, die Bilder werden immer wieder neu gemalt“, wundert sich der achtjährige Skipp. Es sind bei Weitem nicht alle Bilder, die der Alte Fritz besaß, in der Bildergalerie zu sehen: „Dies war nur seine repräsentative Sammlung, die er anderen Fürsten gezeigt hat, seine Lieblingsbilder hingen im Schloss Sanssouci“, verrät Feiler. „Hatte Friedrich gar keine Bilder von sich selbst hier hängen?“, fragt ein Junge erstaunt. „Nein, er hat es abgelehnt, eigene Porträts in seinen Schlössern hängen zu haben.“ Da es der dritte Advent ist, darf auch ein weihnachtlicher Blick auf die Sammlung nicht fehlen: Als Feiler und ihre Gäste vor dem Gemälde einer Krippenszene stehen, wird über die Weihnachtsgeschichte gesprochen.

Damit die Kinder sich nicht nur Kunst anschauen, sondern auch selber kreativ werden, können sie anschließend in der Museumswerkstatt weihnachtliche Figuren aus Ton herstellen. Die Eltern sind angetan von dem Konzept: „Ich habe schon oft gehört, dass Kinderführungen in Potsdam spannender sein sollen als die für Erwachsene“, sagt Mutter Anna Hoffmann.